Haus-Trends: Klein und Kompakt

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BAD HONNEF/DPA Wie in der Mode, so gibt es auch bei den Häusern Veränderungen - auch wenn diese viel langsamer geschehen. Trotzdem lässt sich sagen: Neubaugebiete, die jetzt entstehen, sehen zum Teil ganz anders aus als solche vom Anfang des Jahrtausends. Wohin geht die Entwicklung? Das fragte Andrea Simone Mayer den Pressesprecher des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau Christoph Windscheif.

Wenn Kinder Häuser zeichnen, sind diese rechteckig mit einem spitzen Dach in Rot.

Christoph Windscheif: Das passt. Die Dächer sind zwar nicht mehr unbedingt rot, da gibt es inzwischen eine etwas größere farbliche Varianz. Sie werden aktuell gerne dunkel eingedeckt, etwa anthrazit. Und die Dächer werden tendenziell flacher. Denn fast jedes Haus bekommt heutzutage eine Photovoltaikanlage, die bei flacher Dachneigung höhere Erträge liefern. Aber im Prinzip, wenn man den ganz großen Bogen spannt, zeigt das Kinderbild nach wie vor die bevorzugte Bauform.

Warum gibt es hier nur kleine Veränderungen?

Das liegt nicht nur daran, dass die Leute den rechteckigen Grundriss so toll finden. Das ist begründet im Zuschnitt der Grundstücke. In einer typischen Wohnsiedlung stehen Reihenhäuser und ein paar frei stehende Einfamilienhäuser. Darauf sind die Grundstücke zugeschnitten. Sie sind oft schmal und lang. Für die optimale Flächenausnutzung stellt man ein Rechteck darauf.

Wir merken auch, dass die Nachfrage nach exotischen Baukörpern wieder zurückgeht - in Richtung ganz einfach, ganz schlicht, so dass die Fläche optimal ausgenutzt wird. Deshalb ist die Kinderzeichnung, das Rechteck mit dem Satteldach, nach wie vor die häufigste Bauform.

Baufirmen werben vermehrt mit Bungalows oder mehrgeschossigen Townhouses. Welche Kundschaft sprechen sie damit an?

In den Ballungsräumen, die dichter besiedelt sind, gibt es Baulücken. Da ist oft ein schmales Haus mit mehreren Geschossen die bevorzugte Form. Auch der Bungalow kommt an. Wohnen auf einer Ebene ist sehr gefragt, vor allem da, wo genug Platz vorhanden ist - auf dem Land. Und das hängt oft mit dem Alter der Bauherren zusammen.

Gehen wir in das Haus. In den vergangenen Jahren haben sich die Küchen zum Wohnraum geöffnet. Bleibt das so?

Ja, ganz klar. Offenes Wohnen bleibt. Das ist ein langfristiger Trend, der mit dem Bedürfnis nach Freiheit zusammenhängt. Man möchte sich nicht festlegen, man möchte sich viele Optionen offen halten, wenn die Bedürfnisse sich ändern.

Ganz typisch dafür ist auch das Kinderzimmer. Das brauche ich vielleicht erst mal nicht und es kann in einem anderen Raum aufgehen. Und wenn ich es dann doch brauche, müssen sich die Räume so umgestalten lassen, dass sich ein zusätzliches Zimmer abtrennen lässt.

Und beim Bad und Schlafzimmer?

Beim Bad hatten wir eine Zeit lang den Trend, dass es mehr oder weniger im Schlafzimmer angesiedelt ist - das kennt man ja aus Hotels. Wir merken, dass der Trend im Eigenheim ein wenig auf dem Rückzug ist. Denn hier wünschen sich die Leute dann oft doch ein bisschen mehr Privatsphäre. Was aber gerade total angesagt ist bei Bauherren, ist ein eigenes Bad für die Kinder. So wie man früher vielleicht ein Gästebad mit eingeplant hat, ist das jetzt das Kinder-Bad.